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Foto: Südkurier

 

Identität nach 75 Jahren geklärt

von Katja Lutz, Südkurier 21.07.2020

Meßkirch – Vor 75 Jahren wurde auf dem Meßkircher Friedhof ein „unbekannter Deutscher“ beerdigt. In der Reihe der Kriegsgräber aus dem Zweiten Weltkrieg ist es das einzige namenlose Grab. 75 Jahre nach dem Ende des Krieges konnte Geschichtslehrer Markus Fiederer gemeinsam mit dem Grundkurs Geschichte am Martin-Heidegger-Gymnasium und Heimatforscher Armin Heim das Rätsel um das anonyme Grab lösen. In ihm liegt der ukrainische KZ-Häftling Iwan Sadowez begraben, der zwischen dem 19. und 21.April 1945 von den Wachmannschaften bei Meßkirch erschlagen und zunächst im Gewann Münzkreuz verscharrt wurde. Nach dem Kriegsende wurde er auf dem Friedhof in Meßkirch beigesetzt.

Dass das Rätsel gelöst werden konnte, ist vor allem Markus Fiederer und seinem Engagement zu verdanken. Bereits vor fünf Jahren hat er mit seinen damaligen Schülern das Ende des Zweiten Weltkrieges in der Region thematisch behandelt. „Dabei konnten wir noch einen Zeitzeugen interviewen, der berichtet hat, dass am Rande Meßkirchs in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs KZ-Häftlinge auf einem Todesmarsch ermordet worden seien.“ Bei dem Zeitzeugen handelt es sich um Ernst Zinser, der in einem Interview mit der Heimatzeitung SÜDKURIER schildert, wie er rund 100 KZ-Häftlinge, einige von ihnen völlig abgemagert, bei den Todesmärschen 1945 durch Meßkirch beobachten konnte. Er berichtete, dass Häftlinge, die zu schwach zum Weiterlaufen waren, getötet wurden. Anschließend seien die Getöteten im Gewann Münzkreuz verscharrt worden und später die Überreste auf dem Friedhof beigesetzt worden. Darunter ein „unbekannter Deutscher“. Fiedler erinnerte sich an das unbekannte Grab auf dem Friedhof. Da sich das Kriegsende nun wieder jährte, sei er im Winter auf die Idee gekommen, diesem Grab auf die Spur zu gehen. „Der entscheidende Tipp ist im vergangenen Jahr von Historiker Armin Heim gekommen“, sagt Fiedler. Heim habe ihm den Hinweis zu einer Grabliste des Meßkircher Friedhofs gege-ben, auf dieser wiederum hat Fiederer das unbekannte Grab entdeckt. „Ohne Armin Heim hätten wir das Schicksal nicht klären können“, sagt er. Auf der Liste stand eine Häftlingsnummer. „Ich habe mit der Nummer dann Listen von Häftlingstransporten durchsucht. Die Nummer konnte ich drei Personen zuordnen, zwei davon haben den Krieg überlebt“, sagt Fiederer. Also blieb nur noch einer. Es musste Iwan Sadowez sein. Seine Häftlingsnummer und sein Name fand Fiederer auf einer Transportliste aus dem KZ Buchenwald ins KZ Spaichingen. Der Transport fand Anfang März 1945 statt, also rund acht Wochen vor dem Ende des Krieges. Warum sind die Wachmannschaften in dieser Situation nicht einfach abgehauen? Warum haben sie ihre Befehle noch befolgt und mit Brutalität ausgeführt? Diese und weitere Fragen habe Fiederer mit seinen Schülern im Unterricht diskutiert. „Ich wollte den Schülern zeigen, dass die NS-Vernichtungsmaschinerie nicht nur in Auschwitz stattgefunden hat“, sagt Markus Fiederer. Es habe ihn beeindruckt, dass seine Schüler die Bedeutung verstanden haben und mit Empathie die Verbrechen im Nationalsozialismus vor Ort ergründet haben. Die Abiturienten haben sich entschlossen, in einem zeitlich begrenzten Denkmal an das Schicksal von Iwan Sadowez zu erinnern. Fünf Schüler haben am vergangenen Freitag in der Aula des Gymnasiums ein Denkmal gemalt und mit Namen und Häftlingsnummern an die Schicksale der Häftlinge auf den Todesmärschen erinnert. Schulleiter Tobias Andelfinger ist stolz auf die Schüler und seinen Kollegen „Es ist toll, dass Geschichte in der Region hier erlebbar gemacht wurde“. Zugleich lobt er Markus Fiederer: „Eine solche Recherche macht man nicht nebenbei. Ich bin sehr froh, so engagierte Kollegen zu haben“.

„Der Höhepunkt für uns ist, dass wir Kontakt zur Familie von Iwan Sadowez herstellen konnten“, erzählt Fiederer. Über die deutsche Botschaft in Kiew konnte Fiederer Kontakt zum Heimatdorf des Häftlings herstellen. „Wir stehen noch am Anfang, haben aber Kontakt zu einer Bäuerin, die in die Familie eingeheiratet hat und die Daten bestätigt hat“, sagt er. Als die entscheidende Bestätigung kam, sei das ein „echter Gänsehautmoment gewesen“, sagt der Lehrer. Sadowez wurde am 10.Januar 1921 in Welbowno im Kreis Rowne in der Ukraine geboren. Er war Landarbeiter in der Ukraine als er am 18.Juni 1942 durch die Stapo Wisburg verhaftet wurde. Er kam im September 1942 ins KZ Flossenbürg und 1943 ins KZ nach Dachau. Von dort wurde er am 3. April 1944 ins KZ Buchenwald transportiert und Anfang März 1945 ins KZ Spaichingen. Im Gewann Münzkreuz bei Meßkirch wurde der 24-Jährige von SS-Wachmannschaften erschlagen und vergraben. Nach dem Kriegsende wurde er irrtümlicherweise als „unbekannter Deutscher“ begraben. 75 Jahre lange hatte der Unbekannte keine Identität. Nun stellt sich die Frage, was mit dem Grab auf dem Friedhof in Meßkirch passiert, denn es ist klar: Hier liegt nicht ein Unbekannter, sondern Iwan Sadowez.

 

 

 

Die Presse berichtete über die inzwischen beendeten schriftlichen Prüfungen:

MESSKIRCh (Südkurier 24. Mai 2020)

Meßkircher Abiturienten sind nach Deutsch-Prüfung entspannt

Erste Hürde genommen: Die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklasse des Meßkircher Martin-Heidegger-Gymnasiums freuen sich über gute Themen bei der ersten schriftlichen Prüfung. Die Prüfungen stehen in diesem Jahr unter den besonderen Vorzeichen der Corona-Pandemie.

VON ISABELL MICHELBERGER

Es ist kurz nach 13 Uhr am Mittwoch. Um die Grafen-von Zimmern-Realschule und das Martin-Heidegger-Gymnasium herrscht Ruhe. Nur wenige Schülerinnen und Schüler mit Mundschutz verlassen die Schulgebäude, um ihren Heimweg anzutreten. Nach und nach kommen auch einzelne Abiturienten aus der Halle am Feldweg heraus, wo sie ihre Abiturprüfung im Fach Deutsch hinter sich gebracht haben. Die Gesichter sind fröhlich bis konzentriert, aber entspannt. Für die meisten der Abiturientinnen und Abiturienten des Martin-Heidegger-Gymnasiums bildete die Deutsch-Prüfung den Auftakt der schriftlichen Prüfungen in diesem durch die Corona-Pandemie verursachten außergewöhnlichen Schuljahr. Allein für die Spanisch-Prüflinge begann der Prüfungsreigen bereits am Montag.

Die Themen der Deutsch-Prüfung waren gut, ist einhellig zu hören. Auch das Thema des Essays über die Handschrift als Visitenkarte habe viele zum Schreiben angeregt. „Es war gut, dass wir noch ein paar Tage Unterricht hatten“, beschreibt Tizian Täuber die Zeit nach der kompletten Schließung der Schulen, die notwendig wurde, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu bremsen. „An den Schultagen konnten wir nochmals ein paar Dinge mit unseren Lehrern besprechen.“ Er fühlt sich von der Schule gut unterstützt. Gleiches erzählt auch Dennis Shudhov. Eine Klausur, bei der sie die gleiche Anzahl von Stunden zum Schreiben zur Verfügung hatten wie bei der Abiturprüfung, habe geholfen, die Zeit gut einzuteilen.

Besondere Stimmung zum Start der Prüfungen

Am Morgen waren alle noch sehr aufgeregt. „Aber nach einer halben Stunde Schreiben habe ich mich gefühlt wie bei einer normalen Klassenarbeit“, erzählt Dennis Shudhov. „Die Nervosität am Morgen war schlimm“, berichtet Jessica Utz. „Ich habe während der ganzen Zeit nichts getrunken und nichts gegessen“, schildert Sarah Riegger ihre Anspannung. Mit den Texten sei sie vertraut gewesen. „Da hatte ich schon Angst, dass ich zu viel interpretiere“, lacht sie und zeigt ihre Druckstellen am Finger. Die politische Diskussion, dass niemand in diesem Jahr durchfallen solle, berührt die Abiturienten wenig. „Wir haben uns alle vorbereitet, um gute Noten zu schreiben“, meint Tizian Täuber.

Der Ablauf erfolgte fast wie in Nicht-Corona-Zeiten. Jeder Prüfling hat seinen festgelegten Platz in der Halle, der mit dem Namen und der Prüfungsnummer gekennzeichnet ist. Die Einzeltische sind im größtmöglichen Abstand voneinander aufgestellt. Normalerweise ist vor dem Prüfungsraum der Sitzplan ausgehängt. „Damit es jedoch nicht zu Ansammlungen vor diesem Plan kommt, haben wir den Sitzplan an alle Abiturienten ausgehändigt“, berichtet Tobias Andelfinger, Schulleiter des Gymnasiums. Der Schulleiter, der auch Deutschlehrer ist, war mit den Themen ebenfalls sehr zufrieden. „Es waren schöne Aufgaben, relativ unspektakulär“, freut er sich.

Sicherungscode für Prüfungsaufgaben

Um sechs Uhr am Morgen erhielt die Schule den letzten Bestandteil des Sicherungscodes, um die Prüfungsaufgaben zu entschlüsseln und auszudrucken. „Das ist ein kurzer Moment der Anspannung“, schildert Andelfinger die Zeitspanne, bis der Zugang zu den Aufgaben steht. Zusammen mit den Lehrerinnen Katja Lammert und Simone Hägele führte er die Entschlüsselung durch und kopierte die Aufgabe für die Schüler. „Um sieben Uhr war alles fertig“, berichtet er. Wie mit den Schülern besprochen, kamen diese, alle mit Mundschutz ausgerüstet, etwa eine Viertelstunde vor Prüfungsbeginn, damit sie nur eine kurze Zeit zusammen warten mussten.

Nun, da die ersten Prüfungen überstanden sind, gehen die Abiturienten gelassener in die folgenden, die diese Woche anstehen, bestätigen Tabea Rothengaß, Benita Knoblauch und Nicola Reichle, bevor sie die Halle am Feldweg verlassen.

Ulrich Braunschweig neuer Abteilungsleiter

Das Regierungspräsidium Tübingen bestellte Ulrich Braunschweig mit sofortiger Wirkung zum Abteilungsleiter. Zum Aufgabenbereich des Mathematik- und Physiklehrers, der seit dem Jahr 2002 am Martin-Heidegger-Gymnasium unterrichtet, gehört neben der Stundenplanung nun auch die Weiterentwicklung des mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereichs. Mit der Bestellung wurde Brauschweig auch zum Studiendirektor befördert. Schulleiter Tobias Andelfinger gratulierte ihm bei der Überreichung der Urkunde herzlich zur Beförderung und begrüßte ihn als neues Mitglied des Schulleitungsteams.